Bergahorn für Löffel, Buche für robuste Haushaltsgeräte, Fichte für leichte, resonante Formen: Die Auswahl trägt den Charakter des späteren Objekts. Handwerker prüfen Feuchte, Faserverlauf und mögliche Spannungen. Überliefert ist sogar das Fällen nach Mondphasen, weniger als Aberglaube, mehr als Praxis fürs Trocknungsverhalten. Wer Holz rechtzeitig spaltet, stapelt und luftig lagert, beugt Rissen vor und erhält ein Material, das willig auf jedes Werkzeug antwortet.
Mit Kerbschnitt, fließenden Hieben und kontrollierten Dreheisenbewegungen entstehen Kellen, Schüsseln oder Schapfen. Ein alter Meister aus Ribnica schildert, wie gleichmäßiger Druck und ruhige Atmung Vibrationen dämpfen. Der Körper führt, das Werkzeug folgt, die Form ergibt sich aus der Maserung. Schärfen ist Ritual: Winkeltreue, feiner Grat und Lederabzug. So gelingen spiegelglatte Oberflächen schon vom Werkzeug, wodurch wenig Schleifen genügt und die Kanten sauber, lebendig bleiben.
Leinöl, Bienenwachs und gelegentlich Kasein erzeugen natürliche, lebensmittelechte Oberflächen. Das Einmassieren im warmen Zustand öffnet die Poren, vertieft den Tonwert und schützt vor Feuchte. Polieren mit Stoff bringt seidigen Glanz. Pflegetipps sind simpel: gelegentliches Nachölen, sparsame Reinigung, gute Trocknung. So halten hölzerne Gebrauchsgegenstände Jahrzehnte, entwickeln Patina und eine persönliche Aura, die jedes Frühstück, jede Einladung oder Wanderbrotzeit still und zuverlässig begleitet.